Ab wann ist eine Wunde chronisch?

Die Haut ist unsere schützende Hülle: Sie ist mit rund 1,5 bis 2 Quadratmetern Fläche das größte Organ unseres Körpers und kann bis zu 10 Kilogramm wiegen. Ist sie verletzt, setzt unser Körper alles in Gange, um die Haut zu regenerieren und die Wunde zu schließen. Doch manchmal gibt es Faktoren, die die Wundheilung stören und die Wunde wird chronisch. Doch wo liegt der Unterschied zwischen einer akuten und einer chronischen Wunde?


Was ist eine akute Wunde?

Kurz beim Gemüseschnippeln nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Das Messer hat statt der Paprika den Finger erwischt. So eine Schnittwunde ist eine akute Wunde, genauso wie beispielsweise kleinere Stichverletzungen, leichte Verbrennungen oder Abschürfungen. Auch Bisswunden zählen zu den akuten Wunden, dennoch ist hier Vorsicht geboten – durch Tiere können Erreger in die Wunde eindringen. Daher ist es bei Bisswunden ratsam einen Arzt aufzusuchen. Akute Wunden entstehen also durch äußere Einflüsse. Im Regelfall heilen solche Wunden von selbst innerhalb von bis zu vier Wochen ab und bedürfen keiner speziellen Wundversorgung.


Was ist eine chronische Wunde?

Wenn eine Verletzung nach vier Wochen nicht abgeheilt ist, sprechen Mediziner von einer chronischen Wunde. Meist liegt hier eine Grunderkrankung vor, die das Abheilen der Wunde stört bzw. das Entstehen einer Wunde begünstigt. So ist es beispielsweise beim Ulcus cruris (umgangssprachlich „offenes Bein“ genannt), der in Folge einer Durchblutungsstörung auftreten kann. Gründe für Wundheilungsstörungen können auch sein:


  • Gefäßveränderungen, wie beispielsweise eine Chronisch-venöse Insuffizienz, eine arterielle Verschlusskrankheit oder ein Lymphödem

  • Erkrankungen, die den Stoffwechsel betreffen, wie beispielsweise Diabetes mellitus oder Gicht

  • Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Parasiten

  • Chronisch entzündliche Erkrankungen der Haut

  • Hämatologische Grunderkrankungen, wie beispielsweise Gerinnungsstörungen

  • Tumore


Es ist bei chronischen Wunden also wichtig die Grunderkrankung zu finden und zu behandeln, damit sich langfristige Erfolge bei der Wundheilung einstellen können. Mit moderner Wundversorgung können optimale Voraussetzungen zur Wundheilung geschaffen werden.


Von Kerstin Wittemeier

medical-wundmanagement GmbH

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